Samstag, 21. Oktober 2017
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Hauptseite » F.A.Q. (Fragen. Antworten. Quintessenzen) » Die Botschaften würden mittels mechanischer Handschrift empfangen? Spiritismus?
Zur Anschuldigung ein trojanisches Pferd des New Age zu sein
New Age?

Man hat Vassula diese Anschuldigung vorgeworfen. In einem Interview des L’informateur Catholique (Montréal, Nr. 2 vom 2. April 1992), antwortet sie darauf:

Ich bekämpfe das New Age! Wie könnte ich dazugehören? New Age, das bedeutet, keine Eucharistie, keinen Rosenkranz, keinen Papst. Was aber sagen die Botschaften? Der Papst ist der Stellvertreter Christi, durch den Rosenkranz wird Satan in Ketten gelgt; und die hl. Eucharistie macht das Leben der Kirche aus. Dies wird in den Botschaften tausendfach wiederholt.

Eine Assimilation mit dem New Age kann man in der Tat nur konstruieren, wenn man einen völlig künstlichen Mischmasch gewisser New-Age-Themen mit manchen hier und da aus den Botschaften Vassulas herausgerissenen Wörtern herstellt. Solcherart Anschuldigungen gründen sich hauptsächlich auf Stellen wie diese:

– "Alles ist geistig (zu verstehen)", sagt Jesus Vassula zufolge (Bd. 1). Der Text bezieht sich auf de gnadenhafte Anwesenheit Christi. Von dieser Anwesenheit heißt es: "Dies ist nichts Physisches. Es ist also nicht möglich, es physikalisch zu erklären."

Das ist sehr richtig und bedeutsam.

– "Der Herr, der Geist ist...", sagt der Apostel in 2 Kor 3, 17-18.
– "Der Geist ist es, der Leben schafft, das Fleisch nützt nichts", sagt Jesus bei Joh 6, 63.

Des weiteren hat man in Vassulas Botschaften dreimal das Wort "Ära"/"Zeitalter" gefunden:

– "Oh! Wie Ich Mich nach diesem neuen Zeitalter sehne!", sagt Jesus (Bd. 3, 20.12.1988).

"Wassermann-Zeitalter" hat man kommentiert. Das hieße aber, den unmittelbar vorausgehenden Kontext zu übersehen, der nichts mit Astrologie, sondern allein mit der Herrschaft Christi zu tun hat, der die Einheit wiederherstellen wird:

" Die Liebe fehlt unter euch, ... Ich aber werde euch einen! Ich will diese Wildnis in fruchtbares Land verwandeln und den trockenen Boden mit einer Wasserquelle bewässern. Dann werde Ich euch alle, Geliebte, in diese Neue Erde setzen..." (20. Dezember 1988; Bd. 3)

Es handelt sich um den "neuen Himmel" und die "neue Erde", von denen die Apokalypse spricht (Offb 21, 1). Das, was in unmittelbarem Anschluss daran steht, kann gar nicht klarer ausdrücken, dass es sich um das Reich Christi handelt:

Mein Königreich auf Erden wird so sein, wie es im Himmel ist. Mein Reich wird kommen! O wie verlangt es Mich nach dieser neuen Ära! (20. Dezember 1988)

Im L’Informateur Catholique vom 12. bis 25. April 1992 berichtet Evelyne Bouchard von der Bekehrung eines jungen Mannes durch Vassulas Botschaften, nachdem er vier Jahre lang der New-Age-Weltanschauung angehangen hatte. Als er ihre Botschaften las, erkannte er die Tiefe der katholischen Lehre, die er bis dahin abgelehnt hatte; von da an kam ihm die New-Age-Spiritualität nichtig vor. Er bekehrte sich zur christlichen Wahrheit.

Die Anschuldigung gegen Vassula stellt Wahrheit auf den Kopf

Der Leib Christi

Vassula ist auch vorgeworfen worden, bei einem ihrer Vorträge gesagt zu haben, der auferstandene Christus habe keinen physischen Körper, sondern er sei Geist. Sie will aber ganz einfach nur das sagen, was der Apostel Paulus in 1 Kor 15, 44-45 sagt: "Gesät wird ein sinnenhafter Leib, auferweckt ein geistiger Leib": Die auferweckten Leiber sind nicht mehr "irdische", sondern "himmlische" Leiber. Es handelt sich um die Verherrlichung unserer Leiber wegen ihres Lebens in Gott. Vassula spricht hier gemäß ihrer eigenen Erfahrung:

– " Ich sehe Jesus nicht mit (leiblichen) Augen und könnte Ihn nicht berühren. Es ist anders, auf einer anderen Ebene. Ich habe jedoch niemals geleugnet, dass Er einen verherrlichten Leib hat.", schreibt sie mir.

Jesus sagte ihr am 4. Dezember 1986:

– "Tochter, erinnere dich daran, du bist Geist, und Ich bin ebenfalls Geist und Heilig; Ich lebe in dir, und du in Mir. "
– " Er hat nicht geleugnet, dass ich einen Körper habe und dass auch Er einen verherrlichten Körper hat", kommentiert Vassula.
Die Ursünde und Erbsünde

Derselbe Gegner greift eine besondere Ansicht Vassulas an, die sie in einem Vortrag geäußert habe: Bei ihrer Erschaffung (eines jeden Menschen; Anmerkung Redaktion) habe die Seele für den Bruchteil eines Augenblicks Gott geschaut, bevor sie mit dem Körper vereint wurde; das erkläre die Sehnsucht der Seele nach Gott. Eine solche Auffassung würde aber der Lehre von der Ur- und Erbsünde widersprechen, so behauptete er.

Ich habe die entsprechende Textstelle in den von Vassula publizierten Botschaften nicht wiedergefunden (Anmerkung der Redaktion: Die Textstelle ist der 15. September 1991: "... ihr werdet Ihn schauen können:
Ihn, der euch zuallererst in Seinen Händen hielt; dessen Augen euch als erste ansahen. Ihr werdet schauen: die Hände dessen, der euch formte und euch segnete ... Ihr werdet schauen: den zärtlichsten Vater, euren Schöpfer, ganz in überwältigender Herrlichkeit; der da ist der Erste und der Letzte...." )

Dies gehört zu den auch in der Theologie geäußerten freien Auffassungen. Es steht einem frei, es anzunehmen. Keinesfalls steht es aber in einem Widerspruch zu dem Dogma von der Ur- und Erbsünde, von dem Vassula zu wiederholten Malen spricht. Die verdächtige Auffassung drückt auf bildliche Weise die Hinordnung der Schöpfung auf den Schöpfer aus, den Schöpfungsakt, bei dem der Seele das Siegel des Schöpfers - sein Bild - eingeprägt wird. Nach Blondel und vielen Theologen erklärt dies die dem Menschen innewohnende unausrottbare Anziehung des Unendlichen; sie sehen darin einen Beweis für die Existenz Gottes. Vassulas bildliche Perspektive trifft sich also hier mit einer tiefen, klassischen Meinung.

Lest die Antwort von Vassula zu diesem Thema Hier klicken:.

(Auszug aus dem Buch von René Laurentin: Wenn Gott Zeichen gibt Parvis-Verlag CH-1648 Hauteville/Schweiz. Seiten 88-92.)